Dem Wahnsinn auf der Spur

Weltschmerz

Yeahh, die Popstars rocken

Das ich nicht lache!!!
"Wild and Crazy" - die effektivste Paarung zwischen Blödheit und blanker Ironie. Unsere zukünftigen Popsternchen, oder eher Marionetten der Musikwirtschaft, sollen Rockmusik in einer Performance glaubwürdig rüberbringen.

Wie bitte soll das funktionieren?? Bei einer Performance, wo weder die Performance noch die Leute echt sind, kann nichts echt wirken. Habt Ihr je bei einer Rockband einen Tänzer gesehen??? Was soll das? Bei den ersten vier Takten zu einer Rage-Against-The-Machine-"Übung" gab es ein Gratis-Feilchen, weil unsere Teenie-Popstars überhaupt nicht mit solcher Musik umgehen können.

Rockmusik ist die mittlerweile (fast) einzige populäre Musik, die überhaupt noch Emotionen, fernab von einstudierten Lineups, preisgibt. Hier möchte niemand Eure professionellen "echtwirkenden Performances" - das hat nämlich nichts mit "Wild and Crazy" zu tun, das ist einfach nur hochgradig lächerlich. Begreift das endlich und tanzt zu Eurer Weichspülermusik vom Fließband. Da passt wenigstens das eine zum anderen.

In diesem Sinne ...

16.8.07 20:49, kommentieren

Die 100 nervigsten Nerver

Es ist ein Schlag purer Ironie direkt ins Gesicht. Die 100 nervigsten Sommerhits, die 100 nervigsten Actionfilme, die 100 nervigsten Einkaufschips, die 100 nervigsten Durchlauferhitzer. Das einzige, was beim Durchlauf dieser tollen Shows erhitzt, ist das Gemüt. In Anbetracht der konsequenten und permanenten Ausstrahlung, fragt man sich was nun mehr nervt - die Show selbst oder dessen nerviger Inhalt. 

Ob es insektenvertilgende Promis im Urwald sind oder die 410. Big Brother-Staffel - die Latte der nervigen Shows nimmt kein Ende. Jeden Tag gesellen sich in die hirnlose Runde mehr und mehr Derivate. Wissen wird heute per Wissenshow vermittelt - sozusagen die verzuckerte Salzstange für Kinder, die ihren Hustensaft nicht schlucken möchten. Zwei Tage später wird der Wissenschrott bei der erstbesten Quizsendung abgeladen, um danach vergessen zu werden. Sinnlose Fakten, die in der Regel 14 Tage überleben.

Manchmal weiß man nicht mehr, ob man der GEZ danken oder sie verfluchen soll. Eine gesunde Lebensweise ist ja bekanntlich immer etwas teurer.

9.8.07 22:07, kommentieren

Klimawandel - Reibach in Grün

Vom Klimawandel mag man ja halten, was man möchte. Klar ist uns sicherlich allen, dass etwas unternommen und getan werden muss. Neu ist das nicht, haben doch schon während der Industrialisierung Leute darauf hingewiesen. Unsere "Nach-mir-die-Sinnflut"-Philosophie könnte uns jedoch defintiv irgendwann den Kopf kosten, sofern außer "Gequatsche und Reibach-Mache" nicht wirklich etwas passiert.

Die Auswirkungen des Klimawandels soll man ja bekanntlich heute schon verspüren. Ob und inwiefern das wirklich ein Klimawandel ist, ist strittig, wird gern mal dramatisiert oder modifiziert. Innerhalb einer Woche hat man hier via TV und Magazin eine ganze handvoll Theorien am Start, die in sich vielleicht schlüssig klingen, wäre da nicht der bittere Beigeschmack, dass ja im Endeffekt nur eine wahr sein kann. Als Normalverbraucher resigniert man da quasi nur noch - nimmt unverschämte Preise hin. Beim Thema Klima wird in der "Geiz-ist-geil"-Gesellschaft umgeschalten.

Was stimmt denn nun eigentlich??

Sind die Kühe schuld, sind es die Urlaubsflieger oder doch das Meer mit seinem CO2-Ausstoss?? Das weiß keiner, man will es nicht wissen oder will es nicht wissen lassen. Derzeit boomt das Geschäft mit dem Klimawandel, jede zusätzliche Überschwemmung rechtfertigt den Einbau eines neuen teureren Filters im neuen Golf, rechtfertig den stetigen Anstieg der Strompreise. Sobald irgendwo 50 Cent draufgeschlagen werden, ist der Klimawandel schuld und sei es nur bei der Gesundheitseinlegesohle von Deichmann nebenan. Mit dem Klimawandel ist doch ein perfekter Sündenbock gefunden.

Der Effekt ist jedoch, dass man vergisst sich mit dem Klimawandel und unseren Ressourcen auseinanderzusetzen. In Zeiten, in denen wirklich Not am Mann ist, nimmt es niemand mehr erst. Das kenne ich doch irgendwo her ...

5.8.07 23:31, kommentieren

Das Geschäft mit der Verdummung

Unsere Gesellschaft - ein großes abstraktes Monopoly-Spiel, das gerne mal dazu einlädt unbewusst und resignierend anzuecken. Ein Spiel mit Regeln, die jeder gesunden Denkweise trotzen und doch von Generation zu Generation weitergegeben, weil sie absurderweise funktionieren. Heute kann alles in Zahlen, Statistiken und Saldos angegeben werden - das Mensch-Sein bleibt mehr und mehr auf der Strecke. Unsere große Maschinerie benötigt effektive Bauteile, die funktionieren und nach Bedarf ausgewechselt werden können.

Wir versklaven uns selber für ein Stücken Karriere, das Macht in dieser Welt verspricht - der gekaufte Anteil der Alpha-Tierchen-Aktie. Rigeros wird vermarktet, was verkauft werden kann - nach dem Nutzen und dem Sinn fragt schon lange niemand mehr. Die Entertainment-Gesellschaft möchte Spass, gerne auch auf Kosten Anderer - kauft sich damit die Glückseeligkeit zurück, die durch sie abhanden gekommen ist. Ein Teufelskreis, in dem Kunst keine Chance mehr und wenn, dann nur als Statussymbol in einer Designerwohnung Platz gefunden hat.

Das alte Thema, immer wieder provizierend - aktuell wie nie.
Hier wird es seziert.

22.7.07 21:40, kommentieren